Rechtskultur und Rechtspädagogik (Human Law)

Human LawMiteinanderDas Recht gehört zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit und dürfte – im Kleinen wie im Großem – als erfolgreichstes Friedensinstrumentarium funktionieren können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehört, dass es wirklich im Dienst des Menschen steht, der Bürger darauf nach und nach vertrauen und schließlich das Vertrauen in das Recht in seinem Bewusstsein verinnerlichen und gerne freiwillig einhalten kann.

Die Einübung von Rechtskultur – von Kindesbeinen an – ist also unabdingbar.

Der Weg dahin wird – schon aufgrund unserer wechselvollen Geschichte im Recht und in der Justiz sowie der aktuellen Politikverdrossenheit – nur mit geeigneten pädagogischen Methoden möglich sein.

Diese Methoden werden in der Rechtspädagogik ermittelt und bislang erfolgreich angewendet.

Was ist Rechtspädagogik?

Die im Wesentlichen von Sigrun v. Hasseln-Grindel begründete, inzwischen von zahlreichen Fachleuten in verschiedenen Anwendungsbereichen vertiefte und erprobte Rechtspädagogik (Pedagogy of human law) ist eine auf dem „Human-Law-Prinzip beruhende ganzheitliche, interdisziplinäre und internationale, empirische Wissenschaft (im Aufbau) zur Bewältigung von multiplen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Sie wird von Fachleuten als „Bildungs- und Erziehungsansatz für ein friedliches Zusammenleben im 21. Jahrhundert angesehen, der in Theorie und Praxis weit in die Zukunft reicht“, seit dem WS 06/ 07 an der Universität Cottbus gelehrt und im Rahmen der Akademie für Rechtskultur und Rechtspädagogik – u.a. für den Alltag der Jugendrechtshäuser und für neue berufliche Aspekte – weiter entwickelt.

In dem darin enthaltenen Bildungs- und Erziehungsansatz für Kinder und Erwachsene geht es darum, – unter Berücksichtigung des Zusammenbruchs aller bisher stabilisierenden Faktoren und Wert bildenden Instanzen sowie weiterer multipler Faktoren i.S. des erweiterten Sicherheitsbegriffs – das Zusammenleben in einer von Kulturenvielfalt und sozialen Herausforderungen geprägten globalen Welt auf einen neuen gemeinsamen Nenner zu stellen, auf dessen Basis alle Bewohner – Kulturen und Religionen übergreifend – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten lebensbejahend und ohne Not in friedlicher Nachbarschaft miteinander (über-) leben können.

Recht als zentrales Element des Zusammenlebens

Dabei ist das Recht (auf der Basis internationaler Rechts- und Ethikgrundsätze i.S.d. Human Law-Prinzips) das zentrale Element des Zusammenlebens und Bindeglied der zusammenrückenden multipolaren und multikulturellen Einen Welt. Das Recht hat u.a. Ordnungsfunktionen und ethisch-moralische Grundorientierungen, wie in der internationalen Menschenrechtskonvention niedergelegt.

Reformpädagogisches Fundament – Ökologischer Humanismus

Im pädagogischen Bereich baut die Pedagogy of Human Law schwerpunktmäßig auf den Erfahrungen der Reformpädagogik auf; und zwar in der von dem Reformpädagogen und Präsidenten des Niedersächsischen Landesamtes für Lehrerbildung und Schulentwicklung a.D. (NILS), Prof. Wolf-Dieter Hasenclever (www.whasenclever.de ), angewendeten und zum „Ökologischen Humanismus“ weiter entwickelten Form als Grundlage der Erziehung im Hinblick auf die Anforderungen des 21. Jahrhunderts.

Die konsequente Vermittlung und Anwendung des Human-Law–Prinzips im Alltag kann es – selbst bildungsfernen – jungen Menschen und ihren Erziehenden ermöglichen, durch Verinnerlichung einiger weniger Prinzipien vom Kleinstkindalter an, den enormen Herausforderungen des 21. JH. dauerhaft besser gewachsen zu sein, ohne in Depression, soziale Verelendung, Rassismus, Extremismus und sonstige Kriminalität abzurutschen.

Modul zur inneren Sicherheit

Die Pedagogy of Human Law, die auch in der Kriminalprävention eine erfolgreiche Rolle spielt, kann ein wichtiges Modul für die innere Sicherheit sein. Sie kann insbesondere zum Durchbrechen der Negativspirale – Armut, Kriminalität, Wegbleiben von Investoren, mehr Armut, mehr Kriminalität – und damit dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern.

Es gibt viel zu tun, bis wir in Deutschland den Weg „vom Wutbürger zum Rechtsbürger“ (so Prof. Dr. Wolfgang Huber in seinem Festvortrag anl. der Eröffnung des 20. Deutschen Richter- und Staatsanwaltstages am 6. April 2011 in Weimar) rechtspädagogisch geebnet haben.