Die drei Hauptsäulen der Akademie

Die Akademie arbeitet gezielt an der Lösung der wichtigen gesellschaftlichen Fragen.

  1. Werte- und Orientierungsdiskurs Kulturgut Recht
    Diese zentrale Rolle des Rechts wird im Rahmen des zusammenwachsenden Europas und der zusammenrückenden Welt immer wichtiger. Das Recht hat in den letzten Jahrzehnten de facto die Funktion als oberstes Prinzip des Zusammenlebens in der demokratischen Zivilgesellschaft übernommen. Dazu soll in der Akademie geforscht und mit den Teilnehmern in einen grundsätzlichen Werte- und Orientierungsdiskurs getreten werden.
  2. Schaltstellenkommunikation. Vermittlung von Rechtskenntnissen und Rechtskultur
    Das Motto „Frieden durch Recht“ bewahrheitet sich immer wieder, wenn Menschen Rechtskenntnisse haben und diese nicht als Schwert sondern zum zivilisierten Aushandeln von versöhnlichen Lösungen nutzen. In diesem Moment beginnt die Rechtskultur. Es gehört zu den Anliegen der Akademie, Menschen an wichtigen Schaltstellen der Kommunikation, Grundkenntnisse im Recht zu vermitteln und anhand von Beispielen aus der Praxis zu zeigen, wie Bürger und Vertragspartner auch dann zufrieden bleiben, wenn ihr Anliegen abgelehnt wird.
  3. Rechtspädagogische Fortbildung und rechtspädagogische Angebote
    Rechtspädagogik bedeutet „Rechtserziehungswissenschaft“ oder „Wissenschaft darüber, wie dem Menschen die Prinzipien und die davon abzuleitenden Regelungen des Zusammenlebens am effektivsten vermittelt und er motiviert werden kann, diese freiwillig einzuhalten.“ Die Rechtspädagogik versteht sich als Bildungs- und Erziehungsansatz für ein friedliches Zusammenleben im 21. Jahrhundert, der in „Theorie und Praxis weit in die Zukunft reicht.“ (Prof. Dr. Dieter Rössner in seinem Vorwort zum Werkstattband „Rechtspädagogik. Von der Spaß- in die Rechts- und Verantwortungsgesellschaft.“ Von Sigrun v. Hasseln u.a., Berlin 2006, ISBN 3- 8334-3638-7).

    Erziehende, Bedienstete der Kinder- und Jugendhilfe, Lehrkräfte und Multiplikatoren Methoden sollen lernen, jungen Menschen mit Hilfe der Rechtspädagogik von klein auf Rechtsbewusstsein zu vermitteln. Denn Jeder weiß: Der Wunsch, sich nicht zu streiten, reicht nicht aus. Jede Gruppe, auch die Familie, lebt nur dann ohne Konflikte zusammen, wenn alle Mitglieder miteinander erfolgreich kommunizieren und sich einvernehmlich auf die Einhaltung bestimmter Regeln einigen. Im Kindergarten, in der Schule, im Jugendclub und später im Betrieb ist es ebenso; auch jenseits des Privaten braucht es Regeln, auf die sich alle einigen können: In der Politik, in den Parlamenten, zwischen den Staaten und Völkern.
    Wollen wir unsere Kinder zukunftsfähig machen, müssen wir sie so bilden, dass sie sich mühelos mit anderen Menschen verständigen können. Wir müssen ihr Rechtsbewusstsein und ihr Einfühlungsvermögen schulen, ihre Rechtskenntnisse verbessern und sie zur Kommunikation mit Andersdenkenden befähigen. Menschen, die bereits früh gelernt haben, Probleme und Konflikte gemeinsam mit anderen zu lösen, werden in der Regel nicht delinquent und sind auch meist in Partnerschaft und Beruf erfolgreicher.
    Rechtspädagogische Angebote für junge Menschen erfolgen in Zusammenarbeit mit den Jugendrechtshäusern